Ausstellungsprogramm Vorschau 2017

Immortalismus
15.09. – 29.10.2017

Vidokle Immortality and Resurresction Anton Vidokle, Immortality and Resurrection for All!, 2017, HD video, Foto: Ayman Nahle

Unter der Parole „Immortalismus und Interplanetarismus” forderten 1922 die Moskauer Anarchisten-Biokosmisten nicht weniger als die sofortige Aufhebung der zeitlichen und räumlichen Begrenztheit des menschlichen Lebens. Sie stehen damit in der Tradition des russischen Philosophen Nikolaj Fedorov. Er spekulierte über die Aufhebung der Sterblichkeit durch die aufbewahrende und wiederbelebende Technik der Kunst in der Obhut eines Staates, der zum Museum wird. In der frühen Sowjetzeit griffen Theoretiker, Wissenschaftler und Aktivisten Fedorovs Ideen auf. Dabei vereint die Kosmisten der Glaube an eine rationale Entwicklung der Menschheit, die in der Überwindung des Todes und Eroberung des Kosmos ihre Vollendung findet.

Entwicklungen in der künstlichen Intelligenz und Biotechnologie befeuern heute wieder die Utopie einer Aufhebung der zeitlichen Begrenztheit des menschlichen Lebens sowie transhumanistische Ideen, die eine Überwindung menschlicher Begrenztheiten propagieren. Es verwundert auch nicht, dass Calico – die California Life Company, ein Tochterunternehmen der Alphabet Incorporated (vormals Google Inc.) – sich die Verlängerung des menschlichen Lebens zum Ziel gesetzt hat. Doch während die Kosmisten die Aufhebung des Todes aller Menschen als drängende, „gemeinsame Tat“ einforderten, stehen viele aktuelle transhumanistische Heilsversprechen unter dem Vorzeichen der Selbstoptimierung.

Die Ausstellung Immortalismus führt Arbeiten zeitgenössischer KünstlerInnen zusammen, die unterschiedliche Perspektiven auf Visionen, Technologien und Ideologien zur Überwindung des Todes öffnen. Historischer Ausgangspunkt sind die utopischen Visionen zur Abschaffung der menschlichen Sterblichkeit von Nikolaj Fedorov und der russischen Avantgardebewegung der Kosmisten.

KünstlerInnen: Ivana Bašić, Harm van den Dorpel, Cécile B. Evans, Pakui Hardware, Lina Hermsdorf, Kitty Kraus, Oliver Laric, Dominik Sittig, Anton Vidokle, Tchelet Weisstub

Im Rahmen der Russischen Kulturtage
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gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes

Kulturstiftung des Bundes

koordiniert durch das Zwetajewa Zentrum
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Die Ausstellung wird unterstützt von:

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Eröffnung

Freitag, 15.09. um 19 Uhr
Einführung:
Heinrich Dietz, Direktor

Öffnungszeiten

Di – So 12 – 18 Uhr
Mi 12 – 20 Uhr
Mo geschlossen
Tag der Deutschen Einheit (03.10.) geöffnet
Eintritt: 2 €/1,50 €; Do gratis, Mitglieder frei

 

Der Kunstverein wird gefördert durch:

Stadt Freiburg      Land Baden Württemberg         Sparkasse Freiburg