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REGIONALE 7 | 01. Dezember 2006 - 07. Januar 2007

Regionale 7 - 11 Häuser zeigen zeitgenössische Kunst /
Art contemporain de la région trinationale

Eröffnung: 01.12.2006 um 19 Uhr,
Ansprache: 19:30 Uhr (Felicity Lunn, Direktorin)
Öffentliche Führungen: Donnerstag, 07. Dezember, 19 Uhr;
Donnerstag, 21. Dezember, 19 Uhr
Ausstellungsdauer: 01. Dezember - 07. Januar 2007

Kathrin Lüthi K, Leerstelle, 2006

Der Kunstverein Freiburg zeigt im Rahmen der diesjährigen Regionale 7
26 KünstlerInnen aus Deutschland, der Schweiz und Frankreich.

 

Katharina Berthold, Down the rabbit hole, 2006

Im diesen Jahr soll die Ausstellung einen Überblick über das Überzeugendste des regionalen Kunstschaffens geben und wird etablierte mit weniger bekannten Positionen verbinden. Anstatt eines Themas, richtete sich die Auswahl nach der individuellen Prägnanz der eingegangenen Werke sowie nach einer Mischung aus Malerei, Zeichnung, Fotografie, Video und Skulptur.

 

Zorana Arsić, Hütte I, 2006

Tarek Abu Hageb, Zorana Arsic, Elisabeth Bereznicki, Katharina Berthold,
Andreas Blank, Kathrin Borer, Stefan Burger, Johannes Burr, ganzblum
(Haimo Ganz/ Martin Blum), Pascale Grau, Andreas Hagenbach, Thomas Hauri, Dominique Koch, Schirin Kretschmann, Irina Lozinskaia, Catrin Lüthi K, Stefan Meier, Geneviève Morin, Mark Niedermann, Frédéric Pagace, Cora Piantoni, Jens Reichert, Maren Sanneh/ MALOLA, Lex Vögtli, Ulrike Weiss,
Andrea Wolfensberger

9 TAGE INS LICHT BRINGEN | 24.11.2006 -3.12.2006

24. November - 03. Dezember 06
Eine Kooperation mit Frauenhorizonte, Freiburg

Stefanie Gerhardt, Ohne Titel

Frauenhorizonte - die Freiburger Anlauf- und Beratungsstelle gegen sexuelle Gewalt, feiert 15jähriges Bestehen. Anlässlich des Jubiläums lädt Frauenhorizonte und der Kunstverein Freiburg Sie ganz herzlich ein zur Ausstellung

9 tage - Ins licht bringen

Eröffnung:
Freitag, 24. November 2006, um 18 Uhr mit Begrüßung,
Empfang und Performance

Ausstellungsdauer: 24. November bis 02. Dezember 2006

Ausstellungsort: Kirchstraße 46, 79100 Freiburg

 

Öffnungszeiten: täglich 12-18 Uhr, mittwochs bis 21 Uhr

Ausgestellt werden Werke von ASTRID HOHORST, STEFANIE GERHARDT, KATRIN HEISTER, MAIKE BROCHHAUS und der Künstlerinnengruppe "zu fünfen" (MONIKA GRETHER, HEIDI LICHTENBERGER, ANGELIKA LINK, MONIKA REICHART). Am Eröffnungsabend wird außerdem zu sehen sein die Performance "Spuren" von ALEXA RUDOLPH und BEATE KIEFER.

Die Ausstellung ist Ergebnis eines künstlerischen Wettbewerbs anlässlich des 15-jährigen Bestehens von Frauenhorizonte gegen sexuelle Gewalt e.V., das mit Unterstützung des Kunstverein Freiburg (Jury: Felicity Lunn, Leni Hoffmann) realisiert wurde. Die prämierten Arbeiten belichten 9 Tage lang das Thema sexuelle Gewalt gegen Frauen und Mädchen.

DASSOLLKUNSTSEIN Vol. 5 | 16. bis 26. November 2006

Nandor Angstenberger / Stefan Hasslinger / Hanne van Heyden /
Sabine Neugebauer / Hans Jörg Palm / Eva Rosenstiel / Esther Strub /
Patricia Waller / Shizuko Yoshikawa

7 Galerien im Kunstverein Freiburg:
Galerie Albert Baumgarten / Galerie Ruta Correa / Galerie Foth / Galerie G
Galerie Konkret Martin Wörn / Galerie Meier / Galerie Pro Arte

Eröffnung: Donnerstag, 16. November, 2006, um 19 Uhr
Dauer der Ausstellung: 16. bis 26. November 2006
Öffnungszeiten: Di-So, 12-18 h, Mi 12-21 h, Mo geschl.

Mit DASSSOLLKUNSTSEIN Vol. 5 knüpft der Kunstverein Freiburg an eine Ausstellungsreihe an, die bereits 1999 initiiert wurde. In diesem Jahr sind sieben Freiburger Galerien zehn Tage lang zu Gast im Kunstverein Freiburg.
Im besonderen Kontext einer institutionellen Einrichtung wie dem Kunstverein Freiburg zeigen sie Auszüge aus ihrem vielfältigen Galerienprogramm.
Wir freuen uns, Ihnen neun künstlerische Positionen vorstellen zu dürfen, die eine spannende Zusammenschau regionaler, überregionaler sowie internationaler Kunst zeigt.

Teilnehmende Galerien / KünstlerInnen:

Galerie Baumgarten: STEFAN HASSLINGER
Galerie Ruta Correa: NANDOR ANGSTENBERGER
Galerie Foth: HANS JÖRG PALM, EVA ROSENSTIEL
Galerie G: ESTHER STRUB
Galerie Konkret Martin Wörn: SHIZUKO YOSHIKAWA
Galerie Meier: HANNE VAN HEYDEN
Galerie Pro Arte: SABINE NEUGEBAUER, PATRICIA WALLER

 

Kunst-Kauf-Tage im Kunstverein Freiburg! | 10./ 11. und 12. November

Erwerben Sie ein KUNSTWERK und unterstützen Sie damit gleichzeitig Ihren KUNSTVEREIN!  Der Kunstverein Freiburg bietet aus seinem Bestand Kunstwerke zum VERKAUF an!

Wann:
10./ 11. und 12. November, jeweils von 12 bis 18 Uhr
Wo:
Kunstverein Freiburg, Dreisamstr. 21. 79098 Freiburg
Wie:
In dieser Zeit finden Sie in der Ausstellungshalle eine Auswahl von Kunstwerken, die durch ein Gebot käuflich erworben werden können.

Wer:

Hermann Albert / Anna Amadio  / Fritz Balthaus / Hans Baschang /
Giesela Breitling / Olaf Breuning  / Jürgen Brodwolf / Johann Geyger /
Jürgen Giersch / Hetum Gruber / Johannes Grützke / Florian Haas  /
Sarah Haffner / Yozo Hamaguchi / Bernhard Härtter / Stephan Hasslinger /
Christa Heck / Walter Heckmann / Horst Sobotta /  Bert Jäger / Wolf Kahlen /
Horst-Egon Kalinowski / Thomas Kaminsky / Martin Kasper / Viola Keiser /
Katja Kurbjuweit / Barry Le Va / Jochen Lempert / Steffen Lenk / Maria Marshall / Annette Merkenthaler / Rune Mields / Lienhard von Monkiewitsch /
Thomas Müllenbach / Heinrich Mutter / Peter Nagel / Nils-Udo / Cristina Ohlmer / Micha Reich / Fred Sandback / Cornelia Schabak / Georg Schell / Karl-Heinz Scherer / Bernd Seegebrecht  / Jaroslav Serpan / Peter Sorge / ErikSteinbrecher / Arthur Stoll  / Günter Thorn / Edmund Tucholski / Gunther Vogel / Rainer Wittenborn / u. v. a.


Dauer des Verkaufsausstellung:
10. November bis 12. November 2006

Unsere Öffnungszeiten:
Di - So, 12-18 h, Mi 12-21 h, Mo geschlossen

Varda Caivano - Malerei | 15. September – 5. November


Eröffnung: Freitag, 15.09., um 18.00 Uhr
Begrüßung und Einführung, 20 Uhr: Felicity Lunn, Direktorin Kunstverein Freiburg

Varda Caivano (1971, Argentinien) lebt in London und hat dort in jüngster Zeit viel Aufmerksamkeit als eine der interessantesten und angesagtesten künstlerischen Positionen innerhalb einer neuen jungen Maler-Generation gewonnen.

Ihre Bilder erinnern an einen tropischen Modernismus, zugleich aber auch an englische Landschaftsmalerei und Stilleben der 30er und 40er Jahre. Es sind subtile Bildsuggestionen, auf deren Oberfläche die Formen an der Schwelle zur Bestimmtheit verharren und gänzlich auf ihre Position vertrauen, die sich knapp an der Grenze zur Gegenständlichkeit manifestiert.
Für Caivano ermöglicht Malerei die Begegnungen mit einer inneren Welt, die am Rande des Bewusstseins angesiedelt ist, und an das Geheimnis der Subjektivität an sich rührt. Caivanos Arbeiten sind Ausdruck einer kompromisslosen, jedoch sehr persönlichen Auffassung von abstrakter Malerei, die ebenso den kunsthistorischen Diskurs sucht als auch künstlerische Überlegungen zur einmaligen Wahrnehmung von Farbe, Raum, Textur, Volumen und Licht miteinbezieht.

Die Ausstellung im Kunstverein Freiburg ist die erste umfassende Einzelausstellung der Künstlerin im öffentlichen Raum und entstand in Zusammenarbeit mit der öffentlichen Kunstinstitution Chisenhale Gallery, London.

Samstag, 16.09., um 15.00 Uhr:
Künstlergespräch mit Varda Caivano und Felicity Lunn

Donnerstag, 21.09. und 05.10., jeweils 19.00 Uhr: Öffentliche Führung


Zur Ausstellung erscheint eine umfangreiche Publikation.

UNSICHTBARE WELTEN | 14. Juni – 6. August 2006

Annie Cattrell, Joachim Koester , Peter Aerschmann, Didier Courbot, Oswaldo Macia

 

UNSICHTBARE WELTEN zeigt KünstlerInnen aus Schottland, Dänemark, Frankreich, Kolumbien und der Schweiz, die in unterschiedlichen Medien für gewöhnlich unsichtbare Strukturen und Konzepte aufdecken, die normalerweise den Blicken verborgen bleiben oder schlicht übersehen werden. So werden die inneren Vorgänge des menschlichen Körpers, die Textur von Sprache oder die abstrakte Schönheit des Nicht-zu-Wissenden zum Untersuchungsgegenstand der hier gezeigten künstlerischen Positionen. Es ist der Versuch, zu definieren, was sowohl dem Auge wie auch dem Geist gemeinhin verborgen bleibt.
Peter Aerschmann (1969, Schweiz) arbeitet vorwiegend mit Video. Seine zum Teil interaktiven Installationen präsentieren archetypische Bilder, die auf einem kollektiven Erleben des städtischen Raumes basieren. Aus scheinbar banalen Alltagsfotografien kreiert Aerschmann mittels Isolation und Montage einzelner Sequenzen fiktive Szenarien, welche die uns umgebenden unsichtbaren Strukturen aufzeigen.
Auch Didier Courbots (1967, Frankreich) Arbeitsfeld ist der öffentliche Raum. “Fließende Zonen“ nennt er die Orte, an denen er seine kleinen urbanen temporären Interventionen - ein gestrichener Fußgängerweg, eine reparierte Bank - sozusagen „pflanzt“. Diese öffentlich-urbanen Zustände stellen für den Künstler so etwas wie einen privaten Garten dar.
Annie Cattrell (1962, Schottland) arbeitet an der Schnittstelle zwischen Kunst und Wissenschaft. In ihren Arbeiten beschäftigt sie sich mit den unsichtbaren Verbindungen zwischen Gedanken, Gedächtnis und Gehirn, und damit, wie man abstrakte Prozesse der Wahrnehmung visualisieren und fassbar machen kann. So entstehen fragile objekthafte Skulpturen unserer Organe oder die dreidimensionale Wiedergabe unserer fünf Sinne.
„Message from Andrée“, 2005 von Joachim Koester (1962, Dänemark) handelt von dem Versuch dreier Forscher, im Jahr 1897 in einem Heissluftballon über den Nordpol zu fliegen. Der Ballon stürzte ab und die Männer verschwanden spurlos. Erst 1930 wurde der Film, den sie gedreht hatten, gefunden und entwickelt. Der „visuelle Lärm“ dieser annähernd abstrakten Bilder wurde zum Kern der Arbeit.

Oswaldo Macia (1960, Kolumbien) war 2005 im Südamerikanischen Pavillon an der Biennale Venedig vertreten. Seine Symphonie „Surrounded in Tears“, 2004 ist eine Soundinstallation, die aus einhundert individuellen Schreien besteht, die auf der ganzen Welt zusammen getragen wurden. Indem Macia uns den Akt des Schreiens auf bildlicher Ebene verwehrt, rückt er gleichzeitig die Semiotik des Schreiens in den Mittelpunkt.
Begleitend zur Ausstellung erschien ein umfangreicher Katalog.

TOP06

MeisterschülerInnen der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe

Die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe stellt sich vom 08. April bis 14. Mai 2006 mit Arbeiten von herausragenden Absolventen im Kunstverein Freiburg vor. Seit genau 50 Jahren hat die Karlsruher Hochschule in Freiburg eine Außenstelle mit nunmehr zwei Klassen.
Die Ausstellung TOP 06 bildet den Auftakt einer Reihe von Veranstaltungen, die dieses Jubiläum in den Blickpunkt rücken. In dieser Präsentation stellt sich die Akademie in ihrer Gesamtheit vor: 19 MeisterschülerInnen der Freiburger und Karlsruher Klassen belegen die Vielgestaltigkeit der Ausdrucksmöglichkeiten innerhalb der zeitgenössischen Kunst.

 

Die jungen Künstlerinnen und Künstler sind:
Beatrice Adler / Thomas Broß / Mateusz Budasz / Christina Gay / Ilona Herreiner / Britta Hondl / Anna Lea Hucht / Olga Käppler / Susanne Klary / Verena Klary / Yasmin Müller / Susanne Pawelzyk / Matthias Rapf / Wolfgang Rempfer / Veronika Rettich / Elena Schroth / Meike Staats / Felix Toth / Daniel Wogenstein

 

 

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Der Titel „Meisterschüler“ wird von den Professoren der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe an ausgewählte, überdurchschnittlich begabte Studierende der freien Kunst vergeben. Diese haben dann die Möglichkeit, über die fünfjährige Regelstudienzeit hinaus noch ein weiteres Jahr an der Akademie zu verbleiben.

Die Gruppenausstellung TOP 06 und der dazu erscheinende Katalog mit 19 Einzelbeiträgen der jungen Künstlerinnen und Künstler dienen der weiteren Förderung und der Vorbereitung auf die berufliche Selbstständigkeit. Katalog und Ausstellung werden im Rahmen des Förderprogramms „Kunsthochschulen in der Region“ vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg unterstützt.

TELEPORTER | Andrea Mihaljevic & Stefan Hösl, D |
27. Januar bis 19. März 2006

Kunstverein Freiburg

Alice näherte sich zaghaft der Tür und klopfte an. „Anklopfen ist zwecklos“, sagte der Diener, „und zwar deshalb, weil du und ich uns auf derselben Seite der Tür befinden und zum anderen da drinnen ein solcher Lärm herrscht, dass niemand dich hören kann.“ …“ Dein Klopfen wäre vielleicht nicht ganz sinnlos“, fuhr der Diener ohne sie anzuschauen fort, „wenn wir die Tür zwischen uns hätten. Wärst du im Haus, dann könntest du klopfen und ich könnte dich herauslassen, verstehst du?“ (von Alice im Wunderland von Lewis Carroll)

Die gemeinsame künstlerische Arbeit von Andrea Mihaljevic und Stefan Hösl beinhaltet niemals nur ein einziges Medium oder Konzept, sondern nimmt einen Zwischenbereich ein, der Malerei und Skulptur, Kunst und Leben, praktisch und ästhetisch zugleich ist. Diese Zustandsverschiebung basiert auf dem bewussten Versuch, die Bereiche, in denen die Künstler bis 2002 getrennt gearbeitet haben, und die sie, parallel zu ihrer gemeinsamen Arbeit, weiterhin praktizieren, zusammen zu bringen – Andrea Mihaljevics Malerei und Stefan Hösls Skulpturen und Wandreliefs. Jedoch haben beide, wie die meisten zeitgenössischen Künstler, auch immer großes Interesse für andere künstlerische Techniken gezeigt, und daran, die eigenen Ausdrucksformen den Kriterien anderer künstlerischer Praktiken und Medien auszusetzen. Andrea Mihaljevic wollte ursprünglich Bildhauerei studieren und die Betonung von Räumlichkeit und Tiefe in ihren Bildern, die sie von blinden Fenstern, Heizungen und Hausfassaden malte, zeugen von einem Verständnis davon, wie man Dreidimensionalität auf einer Fläche zum Ausdruck bringt. Dagegen sind Stefan Hösls Melaminskulpturen oft Kombinationen zweidimensionaler Assemblagen, deren Oberflächentexturen und Farben durch ihre räumliche Anordnung in den Raum gebracht werden, in dem sich auch der Betrachter befindet. Die bisherige gemeinsame Arbeit verbindet die formale Strenge der Malerei Andrea Mihaljevics mit der Fragilität von Hösls organischen Formen und führt zu Arbeiten, die zugleich Möbel, Architekturmodelle, skulpturale Reliefs und gemalte Objekte sind.

 

Das Teleporter-Projekt für den Kunstverein Freiburg erweitert nun dieses Interesse für das „Dazwischen“ noch einmal. Die Arbeit kann einerseits als riesiges, dreidimensionales Gemälde von Außen betrachtet werden, ist gleichzeitig aber auch eine Installation, die den Besucher einlädt, sie zu betreten und zu benutzen. Teleporter ist speziell für die räumliche Situation des Kunstvereins entstanden – ein einziger großer Raum, der einen schnellen Überblick ebenso zulässt, wie den Blick von oben aus der Galerie. Diese Zweiansichtigkeit erfährt durch das Teleporter-Konzept (Der Begriff Teleporter stammt aus der Science Fiktion Szene, wie bspw. der TV-Serie Star Trek, und bezeichnet den Vorgang des Beamens von Materie durch den Weltraum) insofern eine Ausweitung, als Elemente aus ganz verschiedenen Bereichen herein genommen und zu einem Environment verschmolzen werden. Dabei könnte es sich sowohl um ein Bühnenbild als auch um den Blick durch das Dach eines Puppenhauses oder aber um die Erfahrung eines „Alice-im-Wunderland“-Traumes handeln, in dem nichts das ist, was es zu sein scheint. Teleporter ist definitiv keine Umgebung, in der man sich vorstellen könnte, wirklich zu leben. Im Unterschied zu den meisten anderen Künstlern, die ihre Ausstellungsstücke auch selbst herstellen, ist bei Mihaljevic/Hösl die bewusst handwerkliche, handgemachte Struktur der Arbeiten besonders augenfällig.

 

 

Das Besondere bei Teleporter ist zudem, dass hier zwei Prozesse zusammen fallen, die zeitlich auf verschiedenen Seiten der praktischen Realisierung der Arbeit liegen: einerseits die Ideenentwicklung und der weiterführende Dialog zwischen den beiden Künstlern im Atelier und andererseits unsere Erfahrung als Besucher beim Betrachten und Reagieren auf diese Arbeit. Mit anderen Worten versteht sich die gesamte Rauminstallation als künstlerische Umsetzung von zweierlei: der Konzeption und Entwicklung der Ausstellung selbst und deren Wahrnehmung durch andere.

 

 

 

Ähnlich wie im Dokumentationsraum des Kunstvereins, den Mihaljevic/Hösl vor zwei Jahren künstlerisch gestalteten, hat die aktuelle Installation einen ebenso praktischen wie auch ästhetischen Charakter. Es gibt eine Sitzlandschaft mit Lounge-Atmosphäre, in der die Besucher ausruhen, lesen, und sich austauschen können; Teleporter verfügt über eine Garderobe und eine Kaffeemaschine und am Tisch der Aufsichtsperson, der sich mitten in der Ausstellung befindet, kann man Informationen über die Ausstellung und die Künstler bekommen.Sobald wir unsere Mäntel abgelegt und uns eine Tasse Kaffee aufgebrüht haben, ist die übliche Trennung zwischen Kunstraum und Publikumsbereich, hinfällig geworden. Durch den „work-in-progress“-Zustand der Installation und infolge ihres rohen und experimentellen Erscheinungsbildes können wir uns aber auch vorstellen, im Atelier der beiden Künstler zu sein, im Dialog mit ihnen über ihre Arbeit. Anders jedoch als im Dokumentationsraum, der nichts Doppeldeutiges hat, sind hier die Pflanzen, welche die Sitzgelegenheiten schmücken, übertrieben künstlich, handelt es sich bei dem über den Stuhl der Aufsichtsperson geworfenen Kleidungsstück um recycelte Bilder. Auch ist es unklar, ob die Tische wirklich Möbel sind oder ob es sich bei ihnen vielmehr um Bildträger handelt.

 

Obgleich uns Mihaljevic/Hösl nie in den Genuss einer eindeutigen Interpretation ihrer Installation kommen lassen, verbergen sie weder ihre inspirativen Quellen noch die künstlerischen Prozesse während der Entstehung ihrer Arbeiten. So wird die künstlerische Strategie der Aneignung ohne weiteres offen gelegt, was sich anhand der Kleidungsstücke aus bemalten Leinwänden von Ella Seifert, der Stuhlsitze aus Styropor oder des, an das Design der 60er Jahre erinnernden, gepolsterten Wandbildes beobachten lässt. Als Ganzes gesehen mutet Teleporter wie ein Stillleben an, das einer Transformation unterzogen wurde. Einzelne Teile der Ausstellung befassen sich mit dem Thema der Abstraktion, während subtile Bezüge zu Künstlern wie Ellsworth Kelly (Referenzen an Hard Edge Malerei) oder Thomas Schütte (fließende Beziehungen zwischen architektonischem Modell und autonomer Skulptur) hergestellt werden können.

 

 

Als Orientierung für die vielfältigen Arten des Konsumierens oder „Samplens“ erinnert Teleporter vielleicht ein wenig an die Art und Weise, wie wir gelernt haben, uns in solch extrem künstlichen Umgebungen wie Einkaufscentern oder Kunstmessen zurecht zu finden.

Andererseits verunsichert Teleporter durch das Spiel mit Spiegelungen und Imitationen von Dingen, die es wirklich gibt, und bezieht uns als integrale Elemente der Installation in dieses Spiel ein. Die Arbeit besitzt deutliche figurative Bezüge – seien es die Figuren, welche die Kartenhäuschen bewohnen, die organischen Formen der gepolsterten Wandarbeit mit ihren fleischigen Farben bis hin zu der durch eine bewusste Handwerklichkeit gekennzeichnete „non-finito“-Ästhetik der Pflanzen, welche die Sitzgelegenheit mit uns teilen. Tatsächlich geht die Installation, die aus Objekten besteht, auf denen man sitzen kann, die getragen oder betrachtet werden können, immer schon von der Anwesenheit von Menschen aus, wodurch sich unsere Aufmerksamkeit auf die Wahrnehmung der anderen Besucher ausdehnt, die selbst zu Bestandteilen der Ausstellung geworden sind. Dennoch – und erneut werden wir mit der inneren Widersprüchlichkeit von Teleporter konfrontiert – erlangt die Arbeit als Gesamtheit einen artifiziellen Glanz. Das Spiel mit Maßstäben trägt zum Eindruck bei, die Welt stünde auf dem Kopf und eine Sache stehe stellvertretend für eine andere: von den Miniatur-Kartenhäuschen zu den überdimensionalen Malereien auf den Tischen, welche die Menschen, die an ihnen sitzen, winzig erscheinen lassen. In der Tat wird jeder Teil der Installation als Detail einer potentiell unendlichen Einheit präsentiert.

Wie jedes überzeugende Kunstwerk bringt uns Teleporter das Verhältnis zwischen seiner Konstruiertheit und unserem Dasein in der Echt-Zeit und dem wirklichen Raum ins Bewusstsein. Dieses Wechselspiel wird bei Mihaljevic/Hösl zum Spiegelkabinett, in dem die Bereiche Leben und Kunst durcheinander geraten sind. Ihr Atelier befördern die Künstler auf direktem Weg in den Ausstellungsraum, was im Bild auf einem der Tische, das einen Künstler bei der Arbeit zeigt, am deutlichsten wird, sich aber auch im ambivalenten Charakter der Kartenhäuschen oder der Zeitungsständer zeigt, bei denen es sich ebenso gut um Modelle für zukünftige Skulpturen handeln könnte. In diesem Vorgang, der die Wirklichkeit undurchschaubar werden und sie zwischen Tatsächlichem und Erfundenem oszillieren lässt, verwischen die Grenzen zwischen Entwurf und Umsetzung, zwischen Atelier und Ausstellungsraum. Wie Alice erkennen wir, dass wir Teil eines heiklen Balance-Systems sind, dem eine Logik zugrunde liegt, die niemals völlig klar wird, die jedoch in der Lage ist, uns zu anderen Formen des Sehens und Erfahrens zu verhelfen.

Felicity Lunn

Zu dieser Ausstellung erscheint eine Publikation!

Die Eröffnungsrede von Matthias Zschokke ist jederzeit per Mail als
pdf-datei abrufbar!